Warum fällt uns Stille manchmal so schwer? đ
Ich liebe Sonnenuntergänge.
Nicht, weil sie spektakulär sind.
Sondern weil sie mich jedes Mal daran erinnern, dass das Leben auch ohne mein Zutun weiterflieĂt.
An diesem Abend stand ich einfach am Wasser.
Ich schaute zu, wie die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand.
Je länger ich dort stand, desto mehr fiel mir auf, wie schwer uns Stille manchmal eigentlich fällt.
Um mich herum wurde alles ruhiger.
Nur mein Kopf nicht.
Kaum wurde es still, begann er damit, den nächsten Tag zu planen.
An Dinge zu denken, die ich noch erledigen wollte.
Sich mit allem zu beschäftigen â nur nicht mit diesem einen Moment.
Und genau das beobachte ich nicht nur bei mir.
Sondern auch bei vielen Menschen, die ich begleiten darf.
Wir sehnen uns nach Ruhe.
Und wenn sie da ist, fällt es uns oft erstaunlich schwer, sie einfach auszuhalten.
Vielleicht, weil wir es gewohnt sind, ständig beschäftigt zu sein.
Zu organisieren.
Zu planen.
Zu funktionieren.
Ich kenne das auch.
Und genau deshalb zieht es mich immer wieder ans Wasser.
Nicht, weil ich dort Antworten suche.
Sondern weil ich dort wieder lerne, einfach nur da zu sein.
Ohne etwas leisten zu mĂźssen.
Ohne etwas erreichen zu mĂźssen.
Einfach fĂźr einen Moment.
Je länger ich an diesem Abend aufs Wasser schaute, desto ruhiger wurde nicht nur der See.
Auch in mir wurde es langsam still.
Und genau in dieser Stille wurde mir bewusst, wie gut sie mir eigentlich tut.
Vielleicht mßssen wir gar nicht immer weiterlaufen, um uns selbst näherzukommen.
Vielleicht reicht es manchmal, einfach stehen zu bleiben.
Deshalb meine Frage an dich:
Wann hast du dir das letzte Mal erlaubt, einfach nur dazusitzen, zu schauen und nichts tun zu mĂźssen?
Vielleicht wartet genau dort nicht die nächste Aufgabe.
Sondern ein kleiner Moment, in dem du dir selbst wieder begegnest.