Wer bist du, wenn gerade niemand etwas von dir will?

Dieses Foto entstand vor ein paar Tagen am Sempachersee.

Mein Sohn spielte am Wasser. Ich saß einfach da.

Zum ersten Mal seit Langem musste ich für einen Moment nichts organisieren. Keine Termine koordinieren. Keine Entscheidungen treffen. Niemandem etwas erklären.

Und plötzlich tauchte eine Frage auf, die mich bis heute begleitet:

Wer bin ich eigentlich, wenn gerade niemand etwas von mir will?

Eine ungewohnte Frage.

Denn unser Alltag ist geprägt von Rollen.

  • Wir sind Führungskraft

  • Mutter oder Vater

  • Partnerin

  • Kollegin

  • Coach

  • Freundin

Wir kümmern uns, organisieren, entscheiden, unterstützen.

Und oft machen wir das mit ganzem Herzen.

Doch wann begegnen wir eigentlich dem Menschen hinter all diesen Rollen?

  • Nicht der Coach in mir.

  • Nicht die Mutter.

  • Nicht die Mitarbeiterin.

  • Sondern einfach Stefanie.

Vielleicht haben mich genau deshalb diese Stunden am See so berührt.

Nicht, weil etwas Besonderes passiert ist.

Sondern weil einmal nichts passieren musste.

Ich musste niemandem gerecht werden.
Nichts leisten.
Nichts beweisen.

Ich durfte einfach sein.

Vielleicht liegt genau darin eine Freiheit, die wir im hektischen Alltag manchmal vergessen.

Nicht die Freiheit, alles tun zu können.

Sondern die Freiheit, für einen Moment niemand sein zu müssen.

Einfach wir selbst.

Von diesem Wochenende nehme ich deshalb nicht nur schöne Erinnerungen mit.

Sondern eine Frage, die ich gerne auch dir mitgeben möchte:

Wer bist du, wenn gerade niemand etwas von dir will?

Vielleicht findest du die Antwort nicht sofort.

Vielleicht beginnt sie aber genau in einem dieser stillen Momente, in denen du nichts musst – und dir selbst wieder begegnen kannst.

Und vielleicht zeigt sich genau dort auch, was dein Herz wirklich zum Lächeln bringt.

Stefanie Egger