Die Eule am See 🦉✨

Gestern blieb mein Blick an einer Eule hängen.

Nicht an einer echten.

An einer aus Holz.

Sie saß auf einem Pfahl am Ufer des Sempachersees. Ruhig. Wachsam. Unverändert.

Und trotzdem blieb ich stehen.

Ich musste lächeln und fragte mich später, warum mich ausgerechnet diese hölzerne Eule so berührt hat.

Vielleicht, weil die Eule in vielen Kulturen für Weisheit, Intuition und den Blick hinter die Oberfläche steht.

Vielleicht aber auch, weil sie mich genau im richtigen Moment an etwas erinnert hat, das ich selbst gerade lerne.

In den letzten Tagen habe ich viel nachgedacht.

  • Über Freiheit.

  • Über Sehnsucht.

  • Über Vertrauen.

Und darüber, wie selten wir im Leben wirklich wissen, was der nächste Schritt sein wird.

  • Wir wünschen uns Klarheit.

  • Wir möchten wissen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

  • Ob sich Wünsche erfüllen.

  • Ob Begegnungen Bedeutung haben.

  • Ob das Leben irgendwann die Antworten liefert, auf die wir gerade warten.

Doch das Leben funktioniert selten so.

Manchmal zeigt es uns nicht den ganzen Weg.

Sondern nur den nächsten Schritt.

Als ich später noch einmal an die Eule dachte, wurde mir bewusst:

  • Sie musste mir keine Antwort geben.

  • Sie musste nichts erklären.

  • Sie musste einfach nur da sein.

Und genau das hat etwas in mir bewegt.

Nicht weil sie lebendig war.

Sondern weil ich es war.

Vielleicht beginnt Weisheit genau dort, wo wir aufhören, das Leben ständig nach Antworten zu fragen – und anfangen, ihm wieder ein Stück weit zu vertrauen.

Nicht alles kontrollieren zu wollen.

Nicht jede Unsicherheit sofort auflösen zu müssen.

Sondern den nächsten Schritt zu gehen, auch wenn der ganze Weg noch nicht sichtbar ist.

  • Mit offenen Augen.

  • Mit einem offenen Herzen.

  • Und mit der Bereitschaft, dem Leben zu begegnen, statt es kontrollieren zu wollen.

Manchmal braucht es dafür keine großen Ereignisse.

Keine perfekten Antworten.

Keine lauten Botschaften.

Manchmal reicht eine hölzerne Eule am See.

Sie erinnert uns daran, innezuhalten. Hinzuschauen.

Und vielleicht festzustellen, dass vieles von dem, wonach wir suchen, längst in uns angelegt ist.

Manchmal braucht es nur einen Moment, der uns wieder daran erinnert.

Stefanie Egger