Öffnungszeiten: rund um die Uhr
Heute Morgen stand diese Teekanne vor mir und ich musste kurz schmunzeln…
Denn eigentlich war alles ziemlich eindeutig:
Sonntag.
Kein Termin.
Kein Zeitdruck.
Kein „ich muss noch schnell …“.
Also theoretisch.
Praktisch hatte mein Kopf natürlich längst geöffnet.
Da wurde geplant, sortiert, erinnert und nebenbei schon mal die kommende Woche vorbesprochen. Ganz ohne Einladung übrigens.
Sehr kundenfreundlich, dieser Kopf. Wirklich. Öffnungszeiten offenbar: 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Feiertage ausgenommen? Eher nicht.
Und da habe ich mich gefragt:
Wann merkt unser Kopf eigentlich, dass etwas vorbei ist?
Dass der Arbeitstag beendet ist.
Dass Wochenende ist.
Dass gerade niemand etwas von uns braucht.
Dass wir zuhause angekommen sind.Im Kalender ist das erstaunlich simpel.
Termin vorbei.
Laptop zu.
Kind versorgt.
Feierabend.
Nur innen läuft der Betrieb gern noch ein bisschen weiter.
Da wird ein Gespräch von gestern nochmal auf Wiedervorlage gelegt.
Ein Gedanke für Dienstag landet spontan ganz oben auf der Prioritätenliste.
Und irgendwo ploppt zuverlässig noch dieses eine „Ach, das darf ich nicht vergessen“ auf.Weil klar: Sonntagmorgen ist natürlich exakt der richtige Zeitpunkt dafür 😉
Vielleicht brauchen wir deshalb diese kleinen Übergangsrituale.
Nicht die ganz grossen mit Klangschale, Räucherstäbchen und spiritueller Erleuchtung vor dem Frühstück.
Sondern die normalen.
Schuhe aus.
Kaffee machen.
Kerze anzünden.
Tee aufsetzen.
Musik an.
Oder einfach mal bewusst nichts anfangen.Vielleicht braucht unser Kopf manchmal tatsächlich etwas Sichtbares, damit auch innen ankommt:
So. Jetzt beginnt etwas anderes.
Oder noch deutlicher:
Geschlossen. Wir sind morgen wieder für Sie da.
Ob mein Kopf sich daran hält?
Nun ja.
Er nimmt das Schild zur Kenntnis.
Und eröffnet vorsichtshalber trotzdem noch eine Nebenfiliale.
Aber der Tee hilft.